Achtelfinale Stadtpokal am 31.10.2011
Vor dem Pokalspiel konnte einem Angst und Bange werden. Handwerk hatte zwei Tage zuvor nicht nur das bedeutende Punktspiel beim SV Arminia verloren. Erdmann war aufgrund einer Roten Karte gesperrt. Aus dem gut gefüllten Lazarett meldete sich einzig Knoche vom Krankenbett zurück. Und so setzte niemand der Anwesenden einen Pfifferling auf die SGH.
Das und die Tatsache, Petersdorf im kommenden Punktspiel ersetzen zu müssen, bewog den Trainer zu einer alle überraschenden Maßnahme. Als ärgster Kritiker der Abwehr erhielt Schneege die Chance, seine abstrakten Thesen der Defensivarbeit im Praxistest einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Und so avancierte er zum Mann des Spiels - Gegentor verhindert, Elfmeter verwandelt. Doch der Reihe nach...
Das Spiel hatte kaum begonnen, da stand die Nominierung von Schneege bereits auf dem Prüfstand. Nachdem Benzner nicht energisch genug klären konnte, spielt der FSV den Ball in die Tiefe, den ein gegnerischer Angreifer aufnehmen und an Schneege in Position des letzten Mannes vorbeilegen kann. Der foulte den Durchstartenden. Glücklicherweise fand der Schiedsrichter Gefallen am Experiment und beschränkte sich auf Gelb. Nach kurzen Diskussionen landete der daraus resultierende Freistoß in der Handwerker Mauer.
Durch diese Szene wurde die SGH scheinbar wachgeküsst und man erspielte sich etliche Chancen. Randel steckte den Ball für den startenden Ibrahim durch, der am herauseilenden Torwart scheiterte. Francke spielte einen schönen Seitenwechsel auf Grzybowski, dessen Schuss an der Latte des FSV landete. Den nächsten Hochkaräter vergab Ibrahim. Sein abgefälschter Schuss zwang den gegnerischen Torwart zu einer klasse Parade. Felsche hatte Pech, als er den Ball im Fallen aus Nahdistanz über das Tor schießt. Francke holte sich im Zweikampf den Ball an der Mittellinie und zieht seinem Gegenspieler über links davon. Seinen Pass von der Grundlinie verpasst Randel knapp, Felsche legt den Ball zu dem im Rückraum lauernden Benzner, der den Ball nicht richtig trifft und daneben schießt. Nach einer langen Flanke von Kreuziger wieder mal unser Hauptprotagonist, dessen Direktabnahme auf der Linie geklärt wird.
Nach der Pause häuften sich zunächst die unverständlichen Abseitsentscheidungen des Schiedsrichtergespanns. So wurden einige aussichtsreiche Spielzüge unterbunden. Doch dann fiel das längst fällige Führungstor für die SGH. Benzner erkämpfte den Ball, spielt Doppelpass mit Ibrahim und dann in die Tiefe. Den scheinbar unerreichbaren Ball nimmt Francke seinem Gegenspieler an der Grundlinie ab, zieht nach innen und passt auf Randel, der zu Felsche, Felsche wieder zurück und Randel schießt endlich ins Tor. In der darauffolgenden Phase hätte die SGH den Sack zuschnüren müssen. Kreuziger's Freistoß sowie Francke's Heber wurden vom aufmerksamen FSV-Torwart abgewehrt. Doch wie aus heiterem Himmel fiel nach einer Ecke der Ausgleichstreffer. Nun war das Spiel wieder offen. Doch Handwerk ließ sich nach diesem Rückschlag aber nicht hängen. Einmal mehr setzte sich der agile Francke gegen einen FSVer durch und jagt dem Ball hinterher. Er ist eher am Ball als der herausstürzende Torhüter und wird von diesem hart gefoult. Der Pfiff ertönt und nun kochten die Emotionen hoch. Der Schiedsrichter zeigt auf den Punkt und dem Torwart des FSV Gelb/Rot. Das brachte die Mannen von Lok Südost auf den Plan, die oberhalb des gut bekannten Fermersleber Hügels angetreten waren. In unnachahmlicher Art machten sie verbal auf sich aufmerksam. Davon unbeeindruckt zeigte sich unser Held des Spiels. Schneege schritt emotionslos zur Ausführung des Strafstoßes und schob sicher ins linke Eck ein. Der FSV fühlte sich nun nur noch betrogen und gab sich geschlagen. So konnte sich Zander in der Schlussminute nach Pass von Ibrahim gegen seinen Gegenspieler durchsetzen und mit trockenem Schuss ins lange Eck vollenden.
(Jeffrey Knoche)
Schröter - Kreuziger, Benzner, Schneege, Dörge - Dufner (82. Zander) - Grzybowski, Randel (90. Knoche), Francke - Felsche (71. Petersdorf), Ibrahim
0:1 Randel (50.)
1:1 Rasche (77.)
1:2 Schneege (86., FE)
1:3 Zander (90.)
Christian Schütze (Roland Müller, Felix Fiedler)
Both, Buße / Schneege
Both (85., FSV)
50